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Allgemeine Fragen zu Passivhäusern
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| Eine Auswahl allgemeiner Fragen und Antworten zu
Passivhäuser. Wählen Sie eine der Sie interessierenden Fragen aus der
folgenden Liste: |
Fragen
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Antworten
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Frage:
Wie lauten die Kriterien für den Passivhaus-Standard?
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Antwort:
Der Heizwärmebedarf
darf den Grenzwert von 15 kWh/(m2a) nicht überschreiten. Bei
einem Heizwärmebedarf
über diesem Wert ist in Mitteleuropa eine Restbeheizung des Gebäudes
über eine Lüftung
nicht mehr sinnvoll. |
Die zweite Anforderung wird an den sogenannten Primärenergiekennwert
gestellt, der neben der Heizwärme auch den sonstigen Energieverbrauch
im Gebäude berücksichtigt (Warmwasserbereitung, Strom etc.) und deren
Art der Herstellung ( fossile
Energie, regenerative
Energie o.ä.). Dieser
Primärenergiekennwert
darf 120 kWh/(m2a) nicht überschreiten. |
| Die Einhaltung dieses Wertes setzt einen hohen
Dämmstandard, den Einsatz effizienter Haustechnik und energiesparende
Haushaltsgeräte voraus. |
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Frage:
Kann ein Haus tatsächlich ohne Heizung funktionieren?
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Antwort:
Ja. Die bereits realisierten Passivhäuser beweisen es. |
Auch bei unserem Klima ist es durchaus möglich,
Häuser mit so geringem
Heizwärmebedarf
zu bauen, dass eine geringe Erwärmung der Zuluft genügt, das Haus auch
im Winter behaglich warm zu halten. |
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Frage:
Sind Passivhäuser teuer?
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Antwort:
Es liegt auf der Hand, dass die hohe Qualität der einzelnen Komponenten
von Passivhäusern - wie beispielsweise Dämmung, Fenster, Haustechnik
etc. - für Mehrkosten sorgen. |
| Bei einer sorgfältig geplanten Ausgewogenheit der
Passivhaus-Komponenten ist der Mehrpreis jedoch durchaus vertretbar. |
| Dem Mehrpreis stehen jedoch zahlreiche, finanziell entlastende
Faktoren gegenüber. Diese sind z.B.: |
- die Energieeinsparung, die jährlich ca. 500,- bis 1.000 €
ausmachen kann,
- steuerliche Vorteile,
- Zins-Vorteile durch die Passivhaus-Förderung der KfW.
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| Das konkrete Wechselverhältnis von Mehrkosten zu
Einsparungen hängt selbstverständlich vom konkreten Einzelfall ab. |
| Der erreichte Wohnkomfort lässt sich ohnehin nur
schwer in einem Geldbetrag ausdrücken. |
| Im Übrigen wird es in den kommenden Jahren durch
die Zunahme der Serienfertigung der notwendigen Passivhaus-Komponenten
wie Fenster und Haustechnik zu weiteren Preisreduzierungen kommen. |
| Abgesehen von der Einsparung an Energiekosten
stehen sich für den Bau von Passivhäusern folgende Mehr- und
Minderkosten gegenüber: |
| + Mehrkosten |
- Planungsaufwand,
- besonders gute Wärmedämmung (Außenwände, Bodenplatte, Dach),
- Mehraufwand für Dacheindeckung auf Aufsparrendämmung,
- Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung,
- hoch dämmende Fenster mit Dreifach-Isolierverglasung,
- Abdichtungsaufwand (luftdichte Gebäudehülle),
- spezielle Abnahmen oder Zertifikate.
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| - Minderkosten |
- Wegfall von Kaminzügen,
- keine Heizkörper (außer ggf. im Bad),
- Wegfall eines Heizkessels und der Heizungsleitungen für die Wandheizkörper
oder die Fußbodenheizung,
- Platzersparnis wegen Wegfalls eines Heizungs- und/oder
Brennstofflagerraums.
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Frage:
Sind Passivhäuser komplizierte Hightech-Häuser?
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Antwort:
Nein. "Das Passivhaus ist ein sehr gutmütiges und einfach zu
bedienendes Haus", um die treffende Beschreibung des Passivhaus
Instituts zu verwenden. |
| Weiter heißt es dort: |
"Die Komfortlüftung
hat weniger Schaltknöpfe als ein normaler Fernseher! Das Passivhaus
bietet Technik zum Anfassen: So kann der jährliche Filterwechsel von den
Bewohnern selbst durchgeführt werden. |
Da in einem Passivhaus statt der Heizung nur noch
eine Lüftungsanlage
mit Wärmerückgewinnung (WRG) und einem Nachheizregister notwendig ist,
kann eher von Häusern mit einfacher Haustechnik gesprochen werden." |
| Sicher wird im Passivhaus sogenannte Hightech
verwendet. Diese ist jedoch so zweckmäßig, dass es in der alltäglichen
Handhabung überhaupt nicht auffällt. |
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Frage:
Sind Passivhäuser nicht eher Häuser für die Forschung?
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Antwort:
Passivhäuser gibt es seit Anfang der 1990er Jahre. Mittlerweile wurden
in Deutschland über 8.000 und in Österreich knapp 2.000 Passivhäuser
realisiert. |
| Momentan bewegt sich auf dem Passivhaus-Markt eine
ganze Menge. Die steigenden Energiekosten und die breite Diskussion zum
Klimaschutz sensibilisiert immer mehr Bauherrn für alternative
Energiekonzepte. |
| Die Beobachtungen seit der Entstehung der ersten
Passivhäuser haben gezeigt, dass Passivhäuser alltagstauglich
funktionieren. Die Hersteller von Haustechniksystemen haben die
Serienreife der Passivhauskomponenten schon längst erreicht. |
| Passivhäuser werden auch weiterhin Forschungsthema
bleiben, aber nicht wegen eines wissenschaftlichen Selbstzwecks sondern
zur kontinuierlichen Verbesserung der Passivhaus-Standards. |
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Frage:
Wer kann ein Passivhaus bauen?
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Antwort:
Bei ausreichender Qualifikation eigentlich alle engagierten
ArchitektInnen in Zusammenarbeit mit HaustechnikplanerInnen,
EnergieberaterInnen und Fachfirmen. |
| Die Erfahrungen mit Passivhäusern zeigen
auf, dass die Umsetzung der Passivhaus-Standards kein
"Hexenwerk" ist. |
| Werden die Grundsätze konsequent eingehalten,
funktionieren Passivhäuser völlig unproblematisch. |
| Die Passivhaus-Standards sind lediglich eine
konsequente Weiterentwicklung von Niedrigenergiehaus-Komponenten. Diese
wiederum werden schon jahrelang erfolgreich eingesetzt. |
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Frage:
Gibt es Sicherheiten?
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Antwort:
Das Passivhaus Institut (PHI) hat für die Passivhaus-Planung ein
Planungs- und Berechnungswerkzeug entwickelt und herausgegeben: das
Passivhaus-Projektierungs-Paket, kurz PHPP. |
| Mit diesem Hilfsmittel können PlanerInnen relativ
einfach die notwendigen Berechnungen durchführen und Variantenvergleiche
anstellen. |
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Frage:
Worin bestehen die offensichtlichen Unterschiede zwischen
Niedrigenergie- und Passivhäusern?
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Antwort:
Passivhäuser sind Niedrigenergiehäuser, nur erheblich verbessert. |
Sie besitzen eine so starke Dämmung, dass eine Komfortlüftung
die Heizung mit übernimmt (Wärmerückgewinnung). Deshalb benötigen
Passivhäuser - im Gegensatz zu Niedrigenergiehäusern - keine Heizung /
Heizkörper. |
| Die Unterschiede sind offensichtlich nicht so
erheblich. Im Zuge der Nutzung eines Passivhauses jedoch werden sie
spürbar durch den hohen Wohnkomfort und nicht zuletzt durch die geringen
Heizkosten. |
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Quellennachweis
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| Die Ausführungen zu den Fragen und Antworten
basieren auf Veröffentlichungen des Passivhaus
Instituts (PHI). Sie dienen ausschließlich dem Zweck von
Erstinformationen und erheben weder den Anspruch auf Vollständigkeit
noch auf absolute Richtigkeit. |